Artikel

Große oder kleine Lösung - alles ist denkbar

Sonntag, 29. September 2019 von Claudia Kostner, HSt

Im Cleebronner Feuerwehrmagazin geht es jetzt schon eng zu. Für neue, größere Fahrzeuge ist gar kein Platz. Ein Architekt hat sich mit Erweiterungs- und Neubaumöglichkeiten befasst.

Ein Neubau für geschätzt drei Millionen Euro oder nur der Anbau einer Fahrzeugbox für 140 000 Euro? Zwischen der größten und der kleinsten Lösung für die Erweiterung des Cleebronner Feuerwehrhauses hat der Besigheimer Architekt Jochen Feyerabend vom Büro fps in seiner Machbarkeitsstudie weitere Varianten erarbeitet und dem Gemeinderat vorgestellt. In der Oktobersitzung soll eine Entscheidung fallen.

Zwei Gründe gibt es für die Überlegungen: die Raumsituation und die Frage, ob die Ausstattung noch zeitgemäß ist. Laut Feuerwehrbedarfsplan muss für das vorhandene Tanklöschfahrzeug als Ersatz kurzfristig ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug beschafft werden. 2025 soll das bisherige Löschgruppenfahrzeug durch ein neues ersetzt werden. Beide schwerer und größer als die bisherigen. „Der Statiker hat festgestellt, dass die Tragfähigkeit des Bodens für die neuen Fahrzeuge nicht ausreicht“, erklärte Jochen Feyerabend.

Trafostation ist im Weg

Den Anbau einer Fahrzeugbox rechts oder links des Gebäudes halte er nicht für zukunftsfähig, schickte der Planer seinen Ausführungen voraus. Links gestaltet sich der Weg der Einsatzkräfte zum Fahrzeug als schwierig. Ein Anbau rechts wäre machbar, aber die Box müsste nach vorne geschoben werden, weil sonst der Mindestabstand zum angrenzenden Grundstück nicht eingehalten werden kann. Auch eine Trafostation ist im Weg.

Den Bau einer neuen Fahrzeughalle mit fünf Stellplätzen und daran anschließend den Umbau des Sozialtrakts hat Feyerabend ebenfalls untersucht. „Während der Bauzeit könnte der Betrieb so aufrecht erhalten werden“, lautet seine Schlussfolgerung. Bei einem kompletten Neubau, so der Architekt, sei eine Interimsunterbringung der Feuerwehr unabdingbar. Eine ebenfalls in Erwägung gezogene Kombi-Lösung Neubau samt Unterbringung des Bauhofs scheitert an den Platzverhältnissen. „Das Nachbargrundstück steht nicht zur Verfügung“, erklärte Feyerabend. Für den Bau einer Halle mit fünf Stellplätzen gibt es auf jeden Fall 275 000 Euro Landesmittel, stellte Kämmerer Pascal Hirsch in Aussicht.

Weiterhin zu eng

„Ein Boxenanbau bringt uns nicht weiter“, erklärte Andreas Schüdi (CDU). „Mit den Sanitäranlagen und der Schwarz-Weiß-Trennung liegen wir momentan total daneben.“ Ähnlich sah es Steffen Burrer: „Die Platzsituation würde sich nicht entspannen.“ Dieser Ansicht war auch Richard Fabisiak (FWV): „Ein provisorischer Anbau wäre völlig nutzlos.“ Er sprach sich dafür aus, eine Fahrzeughalle zu bauen und im zweiten Schritt den Sozialtrakt zu sanieren. Das könnte sich auch Gerald Seidler (AGU) vorstellen und bat Feyerabend um eine grobe Kostenschätzung.

Bürgermeister Thomas Vogl mahnte, den Anbau einer einzelnen Box nicht ad acta zu legen. „Am Ende des Tages geht es darum, was wir uns leisten können und wollen.“

Kein anderes Grundstück in petto

Wilhelm Speitelsbach (Pro Cleebronn) regte die Suche nach einem anderen Standort an, etwa im Gewerbegebiet im Westen von Cleebronn. Im Gegenzug solle der Bauhof ins jetzige Feuerwehrhaus umziehen. „Da hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, so Speitelsbach. „Das ist eine politische Entscheidung des Gemeinderats“, sagte Thomas Vogl. Ihm falle allerdings kein Grundstück ein, das in Frage käme. Man könne zum Beispiel nicht ins Industriegebiet Langwiesen gehen, „weil die gesetzlich vorgeschriebenen Rettungsfristen dort nicht einzuhalten wären“. Gerald Seidler gab zu bedenken, dass dann der Grundstückserwerb zu den Baukosten hinzu käme.

Ein Neubau an einem anderen Platz darf nicht zu nah an der Wohnbebauung sein, betone Jochen Feyerabend. „Sonst kommt die Gewerbeaufsicht und fragt nach dem Übungsbetrieb und dem Einsatz von Aggregaten.“ Am jetzigen Standort gelte Bestandsschutz.

36 Aktive

Das Feuerwehrhaus war früher ein Autohaus und wurde 1991 von der Gemeinde gekauft und umgebaut. Das Baujahr schätzt Bürgermeister Thomas Vogl auf Ende der 1970er-/Anfang der 1980er-Jahre. Die Freiwillige Feuerwehr Cleebronn hat zurzeit 36 aktive Mitglieder.

Bild: Die neuen Feuerwehrfahrzeuge, deren Anschaffung bald ansteht, sind zu groß und zu schwer fürs bestehende Gebäude. Deshalb muss das Feuerwehrhaus erweitert werden. (Quelle: Claudia Kostner, HSt)

Bilder

-